Rokoko Dekoration
Historische Rokoko-Dekoration
Mit dem Zeitalter Ludwig XIV. ging die typisch barocke Darstellung weltlicher
Macht zu Ende. Dem persönlichen Herrschaftsanspruch des Regenten, der sich
mit großem Pomp und feierlichem Zeremoniell allein auf die geheiligte
Person des Monarchen konzentrierte, folgte eine Zelt der Reaktion, die den Ernst
und die Schwere der Lebensform ins Heitere und Beschwingte verwandelte.
Der Mensch erfreut sich seines Daseins und des Lebensgenusses. Er wird
Mittelpunkt und schafft sich eine diesem neuen Lebensgefühl
gemäße Umgebung.
Schon seit der Régence, der Zeit der Vormundschaft des späteren Königs Ludwig XV., baut sich die höfische Gesellschaft »petites maisons«, in denen das Leben intimer und geselliger wird. In den Räumen dieser »kleinen« Häuser entsteht Wohnatmosphäre mit geistig-gesellschaftlichem Glanz. Das Pompöse äußerlichen Zeremoniell wird in die Raumausstattung übertragen.
Hier entwickelte sich nach den von Künstlern wie Watteau und Oppenordt geschaffenen Ornamentstichen ein Dekorationsstil, dessen Bezeichnung »Rokoko« von dem französischen »rocaille«, = Muschelwerk, abgeleitet wurde. Naturalistisch-pflanzliche Motive wechseln mit ostasiatischen Elementen (Chinoiserie). Freiheit in der Behandlung des Omaments, Asymmetrie und geschmeidige, gebrochene Linienführung sind wesentliche Merkmale dieses von Spiel, Grazie und Charme erfüllten Stiles.
Rokoko ist ein typisch französischer Stil. Italien, Spanien und England sind von Ihm nur äußerilch In Kleidung und Lebensart beeinflusst worden, während seine Ausstrahlung In Deutschland am nachhaltigsten gewirkt hat. Unser Entwurf zeigt eine für die deutsche Auffassung charakteristische Rokoko-Dekoration um 1750.