Renaissance Dekoration

Historische Renaissance-Dekoration

Der kulturgeschichtliche Begriff »Renaissance« leitet sich von dem italienischen Ausdruck »rinascimento« ab und bedeutet Wiedergeburt, und zwar Wiedergeburt im Sinne einer Wiedererweckung der Kunst und Kultur der klassischen Antike. Als Baustil kam diese neue, auf die Gotik folgende Bewegung dann auch durch italienische Baukünstler zum Durchbruch. An hervorragender Stelle verdient der Florentiner Baumeister und Bildhauer Filippo Brunelleschi (1377-1446) genannt zu werden, der in seinen Werken konsequent die antike Anordnung von Säulen und anderen Bauteilen wiederaufnahm. Er hat übrigens auch die Gesetze der malerischen Perspektive entdeckt und sich auch damit in der Bildenden Kunst einen unsterblichen Namen gemacht. Die Frührenaissance wurde um 1500 in Italien durch die Hochrenaissance abgelöst. Sie wurde insbesondere durch Künstler wie Leonardo, Michelangelo und Raffael repräsentiert.
In Frankreich und Deutschland setzte sich der Einfluss der italienischen Renaissance erst nach 1500 durch. Da es in Frankreich üblich ist, die Stilepochen mit dem Namen des Königs zu bezeichnen, spricht man von der französischen Frührenaissance als vom Stil »Francois Premier«
(Stil Franz I.). Er umfasst mit der Regierungszeit des Königs, 1515 bis 1547, etwa die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. In Deutschland fand die Renaissance ebenfalls eine temperamentvolle Aufnahme. Es waren Künstler wie Dürer, Holbein, Cranach und Rembrandt, die das Wesen dieser Kunst suchten und von ihr auch beeinflusst wurden. Durch Einbeziehung eigener, dem nationalen Charakter entsprechender Formen, Motive und Farben wurden die italienischen Vorbilder assimiliert zu einem Stil, der als deutscher Renaissancestil kunstgeschichtliche Bedeutung erhielt. Dass alle Bereiche der Umwelt dieser Stilaussage unterworfen waren, liegt im Wesen jedes historischen Stiles. Hier zeigt es sich am Beispiel einer Fensterdekoration um
1600.